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Nachricht vom: 18.11.2020

ÖPNV in der Corona-Pandemie: Sie fragen, wir antworten

Die anhaltende Corona-Pandemie ist für viele Unternehmen im Land eine große organisatorische Herausforderung. Dies gilt besonders auch für Betriebe im ÖPNV, die ihren Fahrgästen tagtäglich den Arbeits- oder Schulweg, den Weg zum Arzt oder zum Einkaufen ermöglichen. Die NIAG beantwortet die häufigsten Fragen dieser Tage zu den Schutzmaßnahmen und den Rahmenbedingungen:

 

Warum sind Busse manchmal so voll? Gilt der komplette Fahrplan auch jetzt in der Corona-Zeit?

Es gibt sicher Zeiten, in denen Busse auf einzelnen Linien relativ voll sind, vor allem vor Schulbeginn und nach Schulschluss. Allerdings sind unsere Busse dann deswegen nicht überfüllt. Hier gibt es klare Vorgaben vom Hersteller und auch vom Gesetzgeber, auf die unsere Fahrerinnen und Fahrer achten. Gerade in dieser Corona-Zeit haben wir dennoch Verständnis für die Sorgen von Eltern und für die größere Sensibilität zur Frage, wie viele Fahrgäste im Bus mitfahren.

Seit dem ersten Unterrichtstag des neuen Schuljahres am 12. August gilt im gesamten Buslinien-Netz von NIAG und LOOK der reguläre, vollständige Normal- bzw. Schultagsfahrplan. Und seit dem Schulbeginn fahren wir auch wieder sogenannte Verstärkerfahrten, um zum Beispiel ein größeres Fahrgastaufkommen vor Schulbeginn und nach Schulschluss abzufedern. Hier kommen die als „E-Wagen“ gekennzeichnete Busse zum Einsatz.

Vor der Corona-Krise haben wir im gesamten Verkehrsgebiet werktäglich allein rund 30.000 Schülerinnen und Schüler an ca. 100 Schulstandorte befördert, in aller Regel integriert in den Linienverkehr. Der Fahrplan ist hierauf abgestimmt und entspricht den Vorgaben der Aufgabenträger, also der Kreise Wesel und Kleve, im Nahverkehrsplan. Für einige wenige, ausschließlich innerhalb einer Stadt verkehrende Buslinien sind die jeweiligen Städte der Aufgabenträger.

 

Wie steht es um die Corona-Abstandsregel und die Maskenpflicht im Bus?

Rechtlich sieht es so aus: In Bussen sieht der Gesetzgeber keine Abstandsregel vor. Und wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, gilt die Maskenpflicht. Das ist bisher auch im Linienbus so.

Für uns stehen Sicherheit und Gesundheit unserer Fahrgäste und der Fahrerinnen und Fahrer an oberster Stelle. Wir setzen auf verschiedene vorbeugende Maßnahmen und informieren unsere Fahrgäste auf mehreren Kanälen darüber, dass sie einen Mund-Nasenschutz tragen müssen. Auf den Monitoren und auch mit Durchsagen in den Bussen weisen wir auf diese Pflicht nachdrücklich hin, genauso auf unserer Homepage und unserem Twitterkanal. Unsere Busfahrerinnen und Busfahrer weisen Fahrgäste auf die Mundschutzpflicht hin, sofern diese sich nicht korrekt verhalten. Die NIAG fordert ihre Fahrgäste nachdrücklich dazu auf, in den Bussen und an den Haltestellen die Corona-bedingten Verhaltensvorgaben der Behörden in dieser Ausnahmesituation unbedingt einzuhalten.

Zusammen mit den Ordnungsbehörden, also den Ordnungsämtern und der jeweiligen Kreispolizei, überprüfen wir die Maskenpflicht seit einigen Monaten bei Schwerpunktkontrollen. Außerdem prüfen unsere Fahrscheinkontrolleurinnen und -kontrolleure das Einhalten der Maskenpflicht. Und auch unsere Fahrerinnen und Fahrer achten natürlich besonders hierauf. Bei Bedarf ziehen sie die Ordnungsbehörden hinzu.

Wenn das Abstandsgebot auch für den ÖPNV Gültigkeit bekäme, fielen rund 80 Prozent der Plätze in Linienbussen weg. Dabei entfielen dann die Stehplätze komplett und die Sitzplätze würden um rund 60 Prozent reduziert.

 

Was könnte noch getan werden, um vor Schulbeginn und nach Schulende weniger Fahrgäste je Bus befördern zu müssen?

Es geht ja grundsätzlich darum, dass vor allem während des sogenannten Lockdowns vermeidbare Kontakte soweit wie möglich unterlassen werden, um die Ausbreitung der Pandemie zu verlangsamen. Das bedeutet folgerichtig, dass auch im ÖPNV in dieser Zeit - unabhängig vom grundsätzlich sehr niedrigen Risiko einer Ansteckung - Kontakte zum Beispiel durch nicht notwendige Freizeitfahrten vermieden werden sollten: Das, was für Gastronomie, Museen oder private Treffen gilt, gilt ebenso für den ÖPNV.

In diesem Zusammenhang sei nochmal darauf verwiesen, dass die Ansteckungsgefahr in Bussen und Bahnen grundsätzlich sehr gering ist, wie nationale und internationale Studien bestätigen und wie auch kürzlich das Robert-Koch-Institut berichtete. Die Maskenpflicht, das Lüften durch Öffnen der Bustüren und durch Klimaanlagen, die relativ kurzen Aufenthaltszeiten in den Fahrzeugen und die Tatsache, dass die Fahrgäste wenig sprechen, tragen dazu bei, dass im ÖPNV ein sehr geringes Risiko besteht, sich zu infizieren. Alle Fahrgäste, die auch während des sogenannten Lockdowns auf den Nahverkehr angewiesen sind, können diesen ohne weiteres nutzen.

Daneben halten wir einen Ansatz für bedenkenswert, mit dem weniger Fahrgäste zeitlich zu den Spitzenzeiten im Bus sein könnten: Der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen, Ingo Wortmann, sieht bei einem gestaffelten Unterrichtsbeginn positive Effekte: Das Platzangebot in den Fahrzeugen würde „um mindestens 20 Prozent steigen“, betonte er kürzlich gegenüber mehreren Medien. Eine solche Maßnahme läge selbstverständlich vor allem im Ermessen der Schulträger. Als beauftragtes Busunternehmen würden wir entsprechende neue Vorgaben so schnell wie möglich umsetzen.

Darüber hinaus unterstützt die Landesregierung die Schulträger bis zum Jahresende bei der Organisation und Bezahlung zusätzlicher Busse für die Schülerbeförderung. In einzelnen Städten in unserer Region sind bereits aus diesem Programm finanzierte Busse unterwegs. Auch wir wurden schon von einzelnen Schulträgern mit weiteren Fahrten beauftragt.

 

Was tut die NIAG für die Hygiene in ihren Bussen?

Unsere Busse werden nach einem auf die Lage angepassten Hygienekonzept noch häufiger als früher gereinigt und regelmäßig gelüftet. Sie sind außerdem beim Fahrpersonal mit einer für die Corona-Situation eigens konstruierten Sicherheitsscheibe mit Durchreiche ausgestattet. Diese erlaubt seit einigen Monaten bereits wieder den Einstieg vorne und auch Fahrkartenkauf und Fahrkartenkontrolle bei den Busfahrerinnen und Busfahrern. So entsteht eine Art Schutz-Kabine mit der wir unsere Fahrgäste und die Fahrerin bzw. den Fahrer schützen.

Für unsere Fahrerinnen und Fahrer gibt es regelmäßige Unterweisungen, in den Busdepots haben wir eine ganze Reihe zusätzlicher Handdesinfektion-Spender aufgestellt. Wir schützen alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zudem mit einem umfänglichen Hygienekonzept.



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